Byzanz zieht auf der Schallaburg ein

Im Jahre 1204 plünderten Kreuzritter Konstantinopel und schleppten viele wertvolle Reliquien und exquisite Kunstgegenstände heim in ihre Burgen. 800 Jahre danach werden erneut phantastische Schätze des Byzantinischen Reiches in eine westliche Wehranlage transportiert. Diesmal freilich ist der Hintergrund ein friedlicher und geplündert wurde auch nicht. Im Gegenteil: Die diesjährige Ausstellung “Das Goldene Byzanz & der Orient” auf der Schallaburg in Kooperation mit dem Römisch-Germanischen Zentralmuseum in Mainz ist nur durch die großzügige Unterstützung von zahlreichen LeihgeberInnen möglich. Die eigens angefertigten Vitrinen für die rund 400 Exponate stehen schon bereit. Im Laufe der nächsten Tage und Wochen werden sie die wertvollen Schätze aus Byzanz aufnehmen. Organisatorisch bedeuten die vielen zu erwartenden KurierInnen aus halb Europa natürlich eine gewisse Herausforderung, aber anders könnte man eine hochqualitative Byzanz-Ausstellung gar nicht zuwege bringen: Der Nachlass des im 15. Jahrhundert untergegangenen Reiches ist weltweit auf Museen und Privatsammlungen verteilt. Außerdem soll eine der Besonderheiten der diesjährigen Ausstellung im Renaissanceschloss Schallaburg gerade darin liegen, den Einfluss von Byzanz auf andere mittelalterliche Kulturen wie Awaren, Bulgaren und Türken zu zeigen, was die Kooperationsbereitschaft vieler Länder voraussetzt.

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